Die Alkaline Diät

Liebe Leserinnen und Leser von feminea.net,

mein Name ist Gesa Lammers, ich bin Fitness-Bloggerin und versuche schon seit Jahren mich – nicht nur aus beruflichen Gründen – möglichst gesund zu ernähren. Deshalb halte ich mich auch immer auf dem Laufenden über die neuesten Ernährungstrends und möchte Euch heute mit der Alkalinen Diät bekannt machen, die aus der Welt der Reichen und Schönen jetzt auch den Weg zu uns „Normalos“ finden soll.

Gemüse und Obst in der Alkalinen Diät

Angeblich begann der Hype um die Alkaline Diät durch einen Tweet des Ex-Spice-Girls Victoria Beckham, so berichtet es wenigstens das Online-Portal „Eat Smarter“. Victoria Beckham twitterte das Bild eines Kochbuchs, „ Honestly Healthy – Eat with your Body in mind, the alkaline way“ und schrieb dazu, dass sie dieses Buch liebt.

Autorinnen des Buchs sind die Köchin Natascha Corrett und die Ernährungstherapeutin Vicky Edgson. Die deutsche Version ihres Buches erschien unter dem Titel „Vegetarisch basisch gut: 100 einfache basische Rezepte für Geniesser“ im August 2013.

Worum geht es bei der Alkalinen Diät?

Nicht mehr wirklich nur um eine Diät. Natascha Corrett und Vicky Edgson haben sich auf die Fahnen geschrieben, mit einer basenbetonten Ernährung den sichersten Weg zu Gesundheit, Wohlbefinden und dauerhafter Gewichtsreduktion gefunden zu haben.

Wie soll das funktionieren?

Folgende Theorie steckt hinter der Alkalinen Diät:

Das Verhältnis von Säuren und Basen in unserem Körper soll angeblich bestimmen, wie gesund oder wie krank wir sind.

Verfechter der Alkalinen Diät gehen davon aus, dass ein übersäuerter Körper schneller krank wird und anfälliger ist für diverse Krankheiten – von Rheuma über Diabetes bis hin zu Krebs. Entsprechend dieser Theorie setzt die Alkaline Diät auf eine basenbetonte Ernährung.

Hier eine Übersicht der ph-Werte:

Der pH-Wert ist ein Maß dafür, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Er kann von 0 (äußerst sauer) bis 14 (sehr alkalisch) reichen. Dabei gilt:

  • pH-Wert < 7 = sauer
  • pH-Wert = 7 = neutral (z.B. reines Wasser)
  • pH-Wert > 7 = alkalisch (basisch)

Bei der Alkalinen Diät sollen basische und alkalische Lebensmittel in diesem Verhältnis stehen:

70 % basische (alkaline) Lebensmittel – 30 %  saure Lebensmittel

(In einigen Berichten wird das Verhältnis auch mit 80% basisch und 20% sauer angegeben)

Als basische Lebensmittel gelten:

  • Obst
  • Gemüse
  • Wildreis
  • Oliven
  • Mandeln
  • Nüsse und Körner (kein Getreide)
  • Süßkartoffeln
  • Grünes Gemüse wie Spinat, Brokkoli, Grünkohl

Bei der Alkalinen Diät sind nur maximal 30% saure Lebensmittel erlaubt.

Tabu sind:

  • Softdrinks wie Cola und Limonaden
  • Alkohol
  • Kaffee
  • Schweine- und Rindfleisch
  • Zucker
  • Fastfood
  • Frittiertes
  • Milch- und Milchprodukte
  • Getreide
  • Kartoffeln
  • Nudeln
  • Weißer Reis

Außerdem wird empfohlen, viel stilles Mineralwasser zu trinken.

Die Alkaline-Diät im Video erklärt:

Ist die Alkaline Diät alltagstauglich?

Jain. Es ist kein Kalorien zählen nötig, wie das oft bei anderen Diäten vorgeschrieben wird. Dafür müssen Sie sich aber über den alkalischen und sauren Gehalt von Lebensmitteln informieren. Das dürfte aber kein allzu großes Problem sein. Informationen dazu gibt es nicht nur in dem Buch von Natascha Corrett und Vicky Edgson, sondern auch auf diversen Seiten im Netz.

Trotzdem sollte Sie ein bißchen Eingewöhnungszeit einplanen. Rezepte für Gerichte nach der Alkalinen Diät gibt es ebenfalls nicht nur im Buch von Corrett und Edgson, sondern auch auf zahlreichen Internetseiten. Die überwiegend vegetarischen Rezepte sind meist leicht zuzubereiten und erfordern keine langwierige Suche im Supermarkt nach ausgefallenen Zutaten. Etwas gewöhnungsbedürftiger dürfte es für Anwender sein, den körpereigenen ph-Wert zu testen. Das ist mit Urin- oder Speicheltests möglich.

Kann ich mit der Alkalinen Diät abnehmen?

Mit großer Wahrscheinlichkeit. Besonders natürlich dann, wenn Sie vor Beginn der Diät viel Fastfood und kalorienreiche Nahrung zu sich genommen haben. Sie sollten aber beachten, dass die Erfinderinnen der Alkalinen Diät nicht in erster Linie auf eine Gewichtsreduktion abzielen, sondern auf eine insgesamt gesündere Ernährung.

Wenn Sie schnell abnehmen wollen, sind Sie mit anderen Diät besser beraten.

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Ist die Alkaline Diät gesund?

Da die erlaubten alkalischen Lebensmittel auf jedem Speiseplan einer ausgewogenen Ernährung zu finden sind, spricht nichts dagegen, sie zu essen. Und natürlich ist es unter gesundheitlichen Aspekten mehr als ratsam, auf Fastfood, Frittiertes und Zucker zu verzichten. Etwas problematischer ist der geforderte Verzicht auf Milch und Milchprodukte.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollen täglich

  • 200 – 250 g fettarme Milch und Milchprodukte und
  • 2 Scheiben (50 – 60 g) fettarmen Käse

auf dem Speiseplan stehen. Auch für Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln hat die DGE eine andere Empfehlung als von der Alkalinen Diät vorgeschrieben:

täglich

  • 4 – 6 Scheiben (200 – 300 g) Brot oder 3 – 5 Scheiben (150 – 250 g) Brot und 50 – 60 g Getreideflocken und
  • 1 Portion (200 – 250 g) Kartoffeln (gegart) oder 1 Portion (200 – 250 g) Nudeln (gegart) oder 1 Portion (150 – 180 g) Reis (gegart)

Produkte aus Vollkorn bevorzugen

Ernährungumstellung durch Alkaline Diät

Fazit

Die Alkaline Diät zielt nicht in erster Linie darauf ab, möglichst schnell Gewicht zu verlieren. Insofern handelt es eigentlich auch nicht um eine Diät, sondern um eine Nahrungsumstellung. Eine Nahrungsumstellung auf gesunde und ausgewogene Kost ist immer zu befürworten und hilft uns sicher dabei, gesund zu bleiben.

Ob das allerdings unbedingt nach den Prinzipien der Alkalinen Diät mit ihrer Aufteilung in alkalische und saure Lebensmittel sein muss, kann durchaus in Frage gestellt werden. Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, ob er oder sie lieber Kalorien zählt,oder ob es ihm oder ihr angenehmer ist, die Lebensmittel nach ihrem alkalischen und sauren Gehalt auszuwählen und den eigenen ph- Wert im Urin oder im Speichel zu messen.

Wer die Alkaline Diät machen will, sollte allerdings bedenken, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)  zu zwei Punkten der Alkalinen Diät eine deutlich andere Position hat. Während bei der Alkalinen Diät Milch- und Milchprodukte verboten sind, stehen sie bei der DGE auf dem Speiseplan. Das Gleiche gilt für Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln.