Kartoffeldiät – Erdapfel gegen Pfunde? Von Brigitte Rodalb

Die Zahl der Diäten ist gewaltig und schon längst hat sich der Begriff in das alltägliche Leben festgesetzt. Doch Diäten sind meist mehr als ein gesellschaftlicher Trend. Eine ganze Wissenschaft ist aus dem Kampf der Pfunde geworden. Die Diätetik, die es seit den antiken Griechen gibt, versucht dem Menschen ein geregeltes Leben, sowohl auf seelischer, als auch auf körperlicher Ebene zu verschaffen. Doch erst ab dem 19. Jahrhundert gelangte die Diätetik zu einer Blüte. Und auch heute nimmt dieser Trend kein Ende. Ernährungswissenschaftler, Diätgurus und Ärzte setzen sich mit dem Thema auseinander, das immer wieder neue Diäten in die Welt setzt. Eine dieser Diäten ist die Kartoffeldiät, die recht bekannt, aber auch nicht unumstritten ist.

Die Kartoffeldiät soll beim Abnehmen helfen.

Was steckt hinter der Kartoffeldiät?

Wie der Name bereits erahnen lässt, sind Kartoffeln der Hauptbestandteil dieser Diät. Vor allem in Deutschland dem Land der Krummbeere, kann diese Diät kostengünstig und einfach durchgeführt werden. Wie sieht diese Diät aber nun aus. Das lässt sich recht einfach erklären. Man nehme viele Kartoffeln und verzehre diese morgens, mittags und abends. Klingt auf den ersten Blick ziemlich eintönig und langweilig und das ist diese Diät auch. Denn die Kartoffeldiät zählt zu den sogenannten Mono-Diäten, bei denen ein zentrales Lebensmittel im Fokus der Diät steht. Nur einige wenige Lebensmittel sind da noch gestattet.

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Varianten der Kartoffeldiät

Die Kartoffeldiät ist Grunde genommen ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Kartoffeldiäten. So unterscheiden sich die Kartoffeldiäten meist durch die Zugabe von weiteren Lebensmitteln oder in der Umsetzung der Kartoffeldiät. So gibt es auch eine Kartoffeldiät, bei der Quark und Eier erlaubt sind. Andere Varianten dagegen sind knallhart und erlauben nur den Verzehr von Kartoffeln. Unterschiede gibt es da nur noch in der Verarbeitungsweise der Erdäpfel. Am häufigsten findet man aber Kartoffelpüree und gekochte Kartoffeln. Der Grat der Varianten ist dabei sehr groß und geht von extrem bis locker. Einige Kartoffeldiäten erlauben auch den Verzehr von andere Gemüsesorten und teilweise auch Fleisch.

Wie soll die Kartoffeldiät funktionieren?

Die Kartoffeldiät zählt zu den kohlenhydratbasierten Diäten. Aus etwa 2 – 3 % Fett besteht diese Diät nur, dafür aber aus 10 – 20 % Proteinen und bis zu 85 % Kohlenhydraten in Form von Stärke. Diese Nahrungszusammensetzung unterscheidet sich stark von den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE. Doch bei den meisten Diäten wird diese Zusammensetzung ohnehin nicht eingehalten und ist auf bestimmte Zeit auch nicht gefährlich, wenn sie dem Zwecke des Abnehmens dient.

Heute Abend werden Kartoffeln gekocht.

Wie genau soll die Kartoffel beim Abnehmen helfen?

Zunächst einmal hilft die fettarme Ernährung dabei, keine neuen Fette anzusammeln. Es werden also die bereits vorhandenen „Fettpolster“ angezapft. Das geschieht auch dadurch, dass der Gesamtbedarf an Energie pro Tag gesenkt wird. Doch auch ein weiteres Prinzip steckt hinter der Kartoffeldiät. Das wichtige Spurenelement Kalium ist in der Kartoffel in rauen Mengen vorhanden. Das Kalium, welches mit dem Natrium verwandt ist, hat die Fähigkeit den Körper zu entwässern. Man verliert also auch durch Entwässerung an Gewicht. Dabei geht auch eine Menge Kalium verloren, was durch die erneute Aufnahme von Kartoffeln aber kein Problem darstellt. Man sollte aber auch darauf achten, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, den Dehydrierung ist ein gefährlicher Zustand, der mit Kopfschmerzen und Nierenproblemen einhergehen kann. Der große Vorteil von Kartoffeln ist auch, dass sie sättigend sind und Heißhungerattacken somit ausbleiben.

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Problematik der Kartoffeldiät

Wie bereits erwähnt, ist die Kartoffeldiät nicht unumstritten. Vor allem die extreme Form mit ausschließlicher Ernährung von Kartoffeln ist sehr riskant. Diesem Problem müssen sich die meisten Mono-Diäten stellen. Das größte Problem: Die Varietät an verschiedenen Lebensmitteln ist nicht gegeben und so kann es zu bestimmten Mangelerscheinungen für Nährstoffe kommen. Vor allem das so wichtige Eisen fehlt bei der Kartoffeldiät. Auch große Mengen Kalium sind nicht ungefährlich für den Körper. Wesentlich empfehlenswerter sind dabei die lockeren Kartoffeldiäten, bei denen auch andere Gemüsesorten erlaubt sind. So kann man alle wichtigen Vitamine, Spurenelemente und Nährstoffe zu sich nehmen und läuft nicht Gefahr eine Mangelernährung zu betreiben.

Eine weitere Problematik liegt meines Erachtens in der rein kohlenhydratbasierten Ernährungsweise. Betrachtet man sich die Vorgänge im Körper, so wird man schnell merken wo das Problem liegt. Bei der Verdauung nämlich werden die Kohlenhydrate, die meist in sehr langen Molekülketten vorkommen, in kleinere Bestandteile aufgespalten. Die wichtigen Werkzeuge sind dabei die Enzyme, wie die Alpha-Amylase. Das Kohlenhydrat wird dabei in Zucker, meist Glucose aufgespalten, welches für den Körper einfacher zu verwenden ist. Der Zucker gelangt dabei in den Blutkreislauf. Im nächsten Schritt wird dabei die Bauchspeicheldrüse aktiv, die Insulin ausschüttet. Dieses Hormon ist dafür zuständig, den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Im nüchternen Zustand beträgt dieser etwa 1 Gramm pro Liter Blut.

Zusammenhang mit Insulin & Bewegung

Das Insulin ermöglicht der Glukose dabei in die Zellen zu gelangen. Vor allem die Leber und die Muskeln können dabei schnell große Mengen an Glukose umwandeln. Von großer Bedeutung ist aber die Leber. Diese kann die Glukose nicht nur aufnehmen, sondern wandelt sie in Glykogen um, welches besser gespeichert werden kann. Auch in Fett kann die Leber den Zucker umwandeln. Kohlenhydrate können also sehr wohl auch zu Übergewicht führen. Vor allem wenn mehr Kohlenhydrate zu sich genommen werden, als verbrannt werden, kommt es zur Gewichtszunahme. Ausreichende Bewegung ist also auch bei der Kartoffeldiät unabdingbar, um abzunehmen.

Studien aus den 70er Jahren zeigen auch, dass Kohlenhydrate nicht immer Kohlenhydrate sind. Der glykämische Index zeigt dabei, wie stark ein Kohlenhydrat zu Zucker umgewandelt wird. Über die Kurve kann auch der Gesamtzucker der aufgenommen wird, bestimmt werden. Kurzkettige Kohlenhydrate werden dabei schneller und intensiver aufgenommen, langkettige Kohlenhydrate müssen hingegen langwierig aufgespalten werden.

Kartoffeldiät

Der Jojo-Effekt

Ein Problem, mit dem sich viele Diäten konfrontiert sehen, ist der Jojo-Effekt. Nach vielen Diäten passiert es nämlich, dass eine Gewichtszunahme stattfindet. Im schlimmsten Fall wiegt man nach der Diät dann mehr, als vor der Diät. Das hat mit der Umstellung der Ernährungsweise zu tun. Der Körper nimmt in kurzem Zeitraum wieder viel Energie zu sich und der Effekt der Diät ist zunichtegemacht. Man sollte also auch bei der Kartoffeldiät kein abruptes Ende einleiten, sondern langsam die Ernährungsweise abändern. In kleinen Schritten sollte man wieder gewohnte Nahrungsmittel wie Fleisch, Obst, Gemüse und Fisch in den Speiseplan integrieren. Wer von Anfang an schlau ist, der integriert Nüsse, Samen und einige weitere Nahrungsmittel in die Kartoffeldiät.

Fazit

Die Kartoffeldiät kann kurzfristig wahre Erfolge erzielen, ist aber langfristig gesehen schon aus mehreren Gründen riskant. Der Jojo-Effekt ist dabei ein gefährlicher Effekt, der den Aufwand zunichtemachen kann. Auch Mangelerscheinungen durch einfältige Ernährungsweise sind ein Risiko, welches bei der Kartoffeldiät zu berücksichtigen ist. Wer an Diabetes leidet, dem ist die kohlenhydratreiche Diät ohnehin nicht zu empfehlen, sollte allenfalls mit dem Arzt abgesprochen werden. Wer sich an diese Diät wagt, der sollte auch ausreichend Bewegung haben, damit die Kohlenhydrate nicht zu Fett werden.

Ich danke Ihnen ganz herzlich für das Lesen dieses Gastartikels. Mein Name ist Brigitte Rodalb und seit fast zwei Jahrzehnten setzte ich mich nun schon mit verschiedenen Ernährungsweisen auseinander und untersuche ihre Wirkungsweise und auch die Risiken, die sich in ihnen wiederfinden.

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