Yoga – ein Allheilmittel? Der Faszination auf der Spur

Yoga besitzt den Ruf, nicht nur einfach Entspannung zu bringen, sondern zugleich eine heilsame Wirkung auf Körper und Seele zu entfalten. Viele begeisterte Yoga-Anhänger berichten genau von diesem Effekt, doch stellt sich dabei die Frage: Sind ihre Erfahrungen rein subjektiv – oder lassen sich tatsächlich gesundheitliche Verbesserungen feststellen?

Verschiedene Studien besagen, dass regelmäßige Yoga-Übungen den Stress-Level deutlich senken: Das wirst du sicherlich schon in deinem täglichen Leben bemerkt haben. Während der Meditation findest du deine innere Mitte, deine Seele gelangt wieder ins Gleichgewicht und du befreist dich von so manchem inneren oder äußeren Druck. Damit entlastest du dein Herz-Kreislaufsystem und wirkst dämpfend auf deinen Blutdruck ein. Und diese Wirkung verpufft nicht einfach nach der Yoga-Stunde, sondern sie setzt sich fort, spätestens bis neue Stressfaktoren auftreten: Das liegt daran, dass die Produktion des Stress-Hormons Cortisol im Zuge deiner Übungen nachlässt und sich somit auch im Nachgang viel weniger davon in deinem Körper befindet. Je öfter du diesen Zustand des inneren Friedens erfährst, desto schonender gehst du mit deinem Herzen und dem Kreislauf um.

Viele erfolgreiche Models setzen auf Yoga, weil sie ansonsten ein eher unstetes Leben führen, oft unter Druck stehen und von einem Ort zum anderen jetten. So erhalten sie sich einen stabilen Pfeiler ihres Lebens, unterstützen ihre Fitness und lindern den alltäglichen Stress. Promis wie Miranda Kerr und Gisele Bündchen gehören zu den ausgemachten Yoga-Freunden unter den modernen Stars und Sternchen, die auf ihren regelmäßigen Ausgleich nicht verzichten möchten. Dass es ihnen gelingt, bei allen Belastungen nicht nur top-gesund, sondern auch faszinierend schön zu bleiben, lässt sich zumindest als Anzeichen dafür deuten, dass die Yoga-Stunde ihnen rundum guttut. So ist es nicht verwunderlich, dass Yoga auch im Leistungssport angekommen ist. Pokerlegende ElkY aka Bertrand Grospellier berichtet beispielsweise davon, wie Meditation und Yoga ihm dabei halfen, sich innerlich zu beruhigen und besser zu atmen: ein wichtiger Baustein in der Gesunderhaltung eines Menschen, vor allem in herausfordernden Lebenslagen unter Dauerstress. Aber auch als Vorbereitung für einen physisch aktiveren Wettkampf eignet sich Yoga bestens. Im Breitensport sind die Übungen jedoch noch nicht so vertreten, Athleten erkennen erst langsam und zaghaft die ganzheitlichen Vorteile.

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Yoga-Dehnungsübungen führen zu einer besseren Durchblutung der Muskulatur und lassen sich hervorragend als ergänzendes Programm, zum Beispiel für den Kraftsport nutzen. Zudem stärkt Yoga die Tiefenmuskulatur – und das hat direkte Auswirkungen auf deinen ganz normalen Alltag: Du wirst deinen Rücken im Stehen und Sitzen automatisch gerader halten, und so deine Wirbelsäule schonen. Auch im Fitnessstudio unterlaufen dir bald schon weniger Haltungsfehler, du stemmst deine Gewichte nicht mehr mit krummem Rücken. Das beugt Fehlhaltungen und den daraus resultierenden Rückenschmerzen vor, vielleicht lassen sich auch bereits bestehende Probleme besänftigen oder gar beheben. Ein vorhandener Bandscheibenvorfall lässt sich dank Yoga natürlich nicht heilen, doch du kannst – mit ärztlicher Erlaubnis! – deine Muskeln an den passenden Stellen kräftigen und so die Symptome lindern.

»Allheilmittel« bedeutet in diesem Fall eben nicht, dass sich jede erdenkliche körperliche Unzulänglichkeit wieder beheben lässt. Doch wenn du dich aktuell in einer schweren Lebensphase befindest, weil dein Körper unter heftigen Angriffen steht, dann kann regelmäßiges Yoga dir dazu dienen, dich aus dem Loch, in dem du steckst, wieder hinauszubefördern. Es wird dich vielleicht nicht heilen, aber wahrscheinlich deine Stimmung aufhellen und deine Lebensgeister wecken. Und damit wirst du selbst wieder kampfbereiter, positiver gestimmt und fühlst dich besser in der Lage, den Widrigkeiten des Lebens die Stirn zu bieten. Ob sich dadurch die Heilungs-Chancen verbessern? Darüber streiten sich die Geister, doch viele Wissenschaftler beantworten diese Frage mit Ja. Zumindest erhält das Leben so auch in weniger angenehmen Zeiten eine neue Qualität, wird buchstäblich wieder lebenswerter.

Nach einer langwierigen medizinischen Behandlung lässt sich Yoga dazu nutzen, auf sachte Weise wieder in das normale Leben zurückzukehren. Sanfte Übungen wirken eventuellen Bewegungseinschränkungen entgegen, lockern vorhandenes Narbengewebe und sorgen dafür, dass ein neuer, positiver Bezug zum eigenen Körper entsteht. Durch Pranayama, das sind spezielle Atemübungen, stellt sich häufig eine besondere Gelassenheit und Zuversicht ein. Die Angst vor einem Rückfall zieht sich allmählich zurück, das wirkt wie eine Befreiung! Eine norwegische Studie beweist sogar, dass Yoga stärkend auf das Immunsystem wirkt, sodass wir an dieser Stelle durchaus die folgende Aussage treffen dürfen: Ja, mit den passenden Übungen bleibt der Rückfall oft tatsächlich aus, weil sich der Körper inzwischen entsprechend gewappnet hat. Daraus lässt sich allerdings keine allgemeingültige Regel ableiten, doch eine deutliche Chancenverbesserung ist auch schon viel wert.

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Regelmäßige Yoga-Übungen wirken sich noch auf viele andere Weisen auf den menschlichen Körper und die Seele aus, zum Beispiel, indem sie die Knochenstruktur stärken und die Verdauung ankurbeln. Kommen noch eine durchweg gesunde Ernährung und ein effektiver Aufbausport hinzu, verstärkt sich der Gesundheitseffekt noch ein gutes Stück, wie ein Puzzle, das nun keine Lücken mehr aufweist.

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